Liebe Maren, vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, dich unseren Fragen zu stellen und dadurch ein Glaubenszeugnis ablegst.
1. Wer hat dich zum Glauben geführt? Gab es entscheidende Ereignisse / Erlebnisse in deinem Leben?
In erster Linie haben mich meine Eltern zum Glauben geführt. Ich wurde in das katholische Sauerland hineingeboren und bin in einer bodenständigen katholischen Familie groß geworden. Wir gingen jeden Sonntag in die Kirche und meine katholische „Karriere“ begann mit Kommunion, Jungkolping und KJG-Gruppe. Leider durfte ich nicht Messdienerin werden, deswegen musste ich mir katholische Alternativen (KJG-Gruppe) suchen. Wichtig und prägend war unser Vikar, der vor Ort bei uns war und der mich als (schüchternes und zurückhaltendes) Mädchen, immer wieder motiviert hat, neue Aufgaben anzunehmen. Dadurch hat er der Kirche ein Gesicht gegeben.
Irgendwann kam dann die Firmung und ich habe durch den Jugendliturgiekreis an der heiligen Messe mitwirken können. Zum Beispiel durch den Dienst als Lektorin. Auch die Gemeinschaft war ein tragendes Erlebnis, jeden Sonntag traf ich meine Freunde in der Kirche.
2. Hat dich jemand gestärkt? Hat jemand deine Fragen beantwortet?
Ich war eher die Hörende, aus mir heraus Fragen gestellt habe ich eher weniger.
3. Wann und wie bist du darauf gekommen Gemeindereferentin zu werden?
Das war spannend, ich kannte den Beruf nicht. Ich wusste nur, dass ich etwas soziales machen wollte und bin darauf gekommen Sozialpädagogik zu studieren. Leider, oder vielmehr zum Glück, gab es für mich keinen freien Studienplatz – und da hat mir unser Vikar gesagt, dass ich doch Gemeindereferentin werden sollte. Er musste mir erst mal erklären, was man da so macht. Da ich keinen Studienplatz hatte, habe ich nach meinem Abitur ein Praktikum in der Jugendbildungsstätte Haus Marienfried gemacht, welches in der Trägerschaft von Missionsbenediktinerinnen war. Dort habe ich viele Religionspädagogikstudenten kennengelernt, so dass ich eine klarere Vorstellung von dem Beruf „Gemeindereferentin“ bekommen hatte. In diesem Jahr starb ein guter Freund aus der KJG auf tragische Weise. Während der Trauerzeit habe ich viel Kraft durch die Gemeinschaft des Glaubens erfahren und habe gemerkt wie vergänglich das Leben ist und das nichts Bestand hat außer Gott. Deshalb bin ich dem Rat des Vikars gefolgt und habe mich für das Religionspädagogik entschieden.
4. Was haben deine Freunde gesagt, als du den Berufswunsch Gemeindereferentin geäußert hast? (Kritik, Zustimmung, Gleichgültigkeit, Ablehnung)
Die Meisten meinten, „das passt zu Dir.“ Andere haben gefragt, was der Beruf Gemeindereferentin eigentlich ist.
5. Was sind die wichtigsten Aspekte in der Arbeit als Gemeindereferentin und welcher bereitet dir am meisten Freude?
Die Menschen aller Altersgruppen mit Gott in Berührung zu bringen. Mein Beruf macht mir sehr viel Freude, es gibt kaum etwas was mir nicht gefällt. Vor allem aber die Arbeit mit der WJT-Gruppe bzw. überhaupt mit jungen Menschen, die auf der Suche sind. Oder auch wenn ich Fragen gestellt bekomme, über die ich selber erst mal nachdenken muss, komme ich in meinem Glauben weiter.
6. Wie zeichnet sich dein Glaube im Alltag aus? Als Gemeindereferentin hat man doch sicherlich auch einen „beruflichen“ Vorteil, so nah in/an der Kirche arbeiten zur dürfen.
Ja und nein. Man muss aufpassen, dass der persönliche Glaube nicht auf der Strecke bleibt. Ich versuche Oasen zu suchen wo ich meinen eigenen Glauben leben kann. Dies gelingt mir momentan gut durch Angebote wie die Anbetung in der Kirche. Ich verleihe meinem Glauben Ausdruck, indem ich mit Anderen zusammenarbeite und versuche sie im Glauben weiterzubringen. Wobei das ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist.
7. Wie beschreibst und erlebst du deine Beziehung zu Gott?
Ich habe immer wieder erlebt, dass der liebe Gott mir zur richtigen Zeit, die richtigen Leute an die Seite stellt, die mich auf meinem Weg weiterbringen. Gott ist für mich immer gegenwärtig, bei allem was ich tue. Er begleitet all mein Arbeiten, Denken und Tun, auch wenn er nicht immer im Vordergrund ist, ist er immer spürbar. Er kommt mir nah, in vielen Menschen die mir begegnen. Er prägt meine Grundhaltung zu den Menschen, mein grundsätzliches Interesse an anderen Menschen.
Ein Bild von Gott begleitet mich seit meiner Jugend, der Satz der Emmaus-Jünger: “ Brannte uns nicht das Herz in der Brust“ (Lk 24, 32)
Die Exerzitien vor der pastoralen Beauftragung als Gemeindereferentin, standen ebenfalls unter diesem Thema und begleiten mich immer noch auf meinem Glaubens- und Lebensweg mit Gott.
Ich brenne für viele Dinge, die ich in meiner Arbeit tue, daraus schöpfe ich viele Ideen, die mir hoffentlich noch viele Jahre Freude an meiner Arbeit bringen.
Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.
Danke; ich freue mich auf einen wundervollen Weltjugendtag 2011 in Madrid mit Euch.
Das Interview führten Simone Lücke (14 Jahre) und Philip Sonntag (18 Jahre), beide Mitglieder der Weltjugendtagsgruppe in Delbrück.




